Geschrieben von Globetrotter
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am Sonntag, 02 Mai 2010
in Asien
Von Akko ueber Rosh Hanikra zum See Genezareth
4.Tag 29.04.2010
Ich wache gegen 8.30 Uhr am im Akko Gate Hostel auf und freue mich über die ruhige Nacht. Im letzten Jahr war es weniger ruhig gewesen, denn da hatte gerade Barcelona die Championsleague gewonnen und die laut huppenden Fahrzeugkolonnen der vorwiegend arabischen Bevölkerung machte ein schlafen fasst unmöglich. Doch am gestrigen Abend war es sehr ruhig nach dem Spiel, was auch daran gelegen haben könnte das Barcelona das Spiel verloren hat. Ich verzichte diesmal auf das Frühstück im Akko Gate Hostel und hole mir stattdessen ca. 150 m rechts vom Hostel in einer der kleinen Bäckereien 4 leckere mit Quark (hier Cheese genannte) Plunderteigtaschen. Nach dem Frühstück mache ich mich mit dem Fotoapparat und Reiseführer bestückt in Richtung Citadelle und der Festungsmauer von Akko auf.

Auf der Festungsmauer von Akko
Der Ausblick von den alten Festungsmauern aus Kreuzfahrerzeit ist sehr eindrucksvoll und lohnt sich für jeden Akko Besucher. Wen man etwas Vorstellungskraft und Phantasie mitbringt, dann sieht man auch wie die Franzosen unter Napoleon recht erfolglos versuchen Akko von See aus zu erobern. Vom alten Englischen Fort laufe ich Richtung Osten zum ehemaligen Internierungslager der Britischen Mandatsmacht. Für schmale 5 Euro lässt sich hier laut Reiseführer eine interessante Ausstellung über die Jüdischen Untergrundkämpfer und ihre Haftzeit im Internierungslager der Briten besuchen. Leider scheine ich einen Feiertag erwischt zu haben, denn die Gedenstätte wimmelt nur so von Armme und schulgruppen. Nach der denoch informativen Ausstellung laufe ich in Richtung Kreuzfahrer Zitadelle. Trotz der knappen Reisekasse gönne ich mir ein Tickt für 15,- Euro inkl. Audioguide und lasse mich durch die alten Ruinen der Kreuzfaherfestung treiben. Für den Audioguide musste ich allerdings mit einem mulmigen Gefühl meinen Reisepass als Sicherheit bei der etwas schlecht gelaunten Dame am Touristendeck hinterlegen. Die Nummern für den Audioguide befinden sich an jeder einzelnen wichtigen Station, sind allerdings etwas verwirrend angeordnet. Im Refektorium, dem ehemaligen Speisesaal der Kreuzritter lässt sich am besten die gewaltige größe der Kreuzritterburg erfahren. Ich verspüre bei dem Anblick ein leichtes Hungergefühl und nehme mir vor gleich nach Ende des Rundgangs ein leckers Rittermahl zu mir zu nehmen.

Im Refektorium (Speisesaal) der Kreuzritter Zitadelle von Akko
Nach dem ich alle Stationen der Tour inkl. dem Templertunnel vorbildlich besucht habe, befinde ich mich plötzlich am Eingang zum Hamam El Pasha (Türkisches Bad) wieder. Jetzt bleibt nur noch eine Frage wie komme ich zu meinem Reisepass?? Denn der Ausgang der Tour durch die Zitadelle liegt witzigerweise nicht am Startpunkt, sondern endet mitten iin einem Souvenirladen. An sich eine clevere Strategie, doch für mich jetzt leider unangenehm. Nach einigen erfolglosen Gebrauch der nicht vorhandenen arabischen Sprache und dem trinken eines überteuerten aber frisch gepressten Orangensaft finde ich doch noch den Eingang zum Startpunkt meiner Tour und halte meinen Reisepass erleichtert in den Händen. Wer wissen möchte wo die einzelnen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Altstadt von Akko so liegen finden hier eine gute Übersichtskarte.

Im 500m langem Templertunnel unter der Altstadt von Akko
Ich erinnere mich an mein Hungergefühl und gönne mir in der nähe der Al jazzar Moschee einen leckeren Salat mit Hühnchenstreifen und Kebap. Mit gut gefülltem Magen verabschiede ich mich von Walid im Akko Guesthouse und fahre in Richtung Norden entlang des Mittelmeers nach Hosh Ranigra.

Al Jazzar Moschee in Akko
Die Straße 4 führt direkt am Mittelmmer entlang und endet in Rosh Hanikra einem beliebtem Ausflugspunkt in der Nähe der libanesischen Grenze und gehört seit dem letzten Jahr auch zu meinen Lieblingsorten im Norden Israels. Die Aussicht von der steilen Felsenküste ist einfach nur gigantisch und lohnt auf jeden Fall den weiten weg von Tel Aviv oder Jerusalem.

Blick von Rosh Hanikra aufs Mittelmeer
Rosh Hanikra war in früheren Zeiten ein wichtiger Grenzposten der Karawanen und Armeen auf dem Weg von Ägypten nach Syrien. Auch heute noch dient die natürliche Erhebung als Grenze und gute Barriere zwischen Israel und dem Libanon. Den von den Briten im zweiten Weltkrieg angelegte 250 Meter langen Tunnel für die Bahnstrecke Haifa nach Tripoli konnte ich leider nicht besichtigen, da der Durchgang aus Angst vor übergriffen aus dem Libanon verschlossen wurde.

Kalkfelsen von Rosh Hanikra mit Tunneleingang
Oberhalb des verschlossenen Tunneleingangs gibt es auch eine Seilbahn mit der reiche Touristen an der Felsenküste entlang fahren können. Dieses Vergnügen lasse ich mit Rücksicht auf meine Reisekasse und die 20,- Euro für das Ticket gerne entgehen. Nach gut zwei Stunden relaxen am Mittelmeer verlasse ich die Straße 4 und fahre einen Umweg auf der schmalen Bergstraße 85 durchs Karmiel Gebirge in Richtung See Genezareth.

Am Mt. Adir in Richtung See Genezareth
Schlagwörter:
Rosh Hanikra
Echt toll und sehr informativ, vielen Dank fuer diesen tollen Beitrag
...und die schicken Bilder!!